Information zur aktuellen Lage an den Kapitalmärkten

Sehr geehrte Damen und Herren,


Großbritannien hat sich also dafür entschieden aus der EU auszutreten. Eine denkbar knappe Abstimmung erwischte die Kapitalmärkte und Investoren allesamt auf dem falschen Fuß – wurde doch auf einen Verbleib der Briten „gewettet“.
Dies führt nun zu teils heftigen Kursreaktionen: Das britische Pfund wertet gegenüber dem US-Dollar und dem Euro stark ab, die weltweiten Aktienmärkte handeln mit teils erheblichen Abschlägen zum Vortag. Die Zentralbanken haben allerdings schon im Vorfeld signalisiert, den Märkten und Finanzinstituten mit zusätzlicher „Liquidität“ zur Seite zu stehen, so dass ein Finanzkollaps als äußerst unwahrscheinlich gilt.
Was sind die nächsten Schritte?
Großbritannien wird nach Artikel 50 der Verträge von Lissabon seinen Austritt aus der EU erklären und anschließend darf „das austrittswillige Land nicht an Diskussionen des Europäischen Rats […] oder dessen Entscheidungsfindung beteiligt sein“. Dies bedeutet, dass aller Voraussicht nach Großbritannien mit allen einzelnen EU-Mitgliedsstaaten bilaterale Verhandlungen aufnehmen muss. Von ca. 120 Handelsabkommen, die es neu zu verhandeln gilt, ist aktuell die Rede. Dies zeigt, dass es einige Zeit dauern wird, bis exakt gesagt werden kann, wie es mit den Briten weitergeht. Zeit, die die Märkte zu einer Stabilisierung und Erholung nutzen können und werden. In ersten Meldungen ist von einem Zeitplan von 2 Jahren die Rede. Es wird also keinen unkontrollierten Ausstieg über Nacht geben, weshalb wir Marktverwerfungen wie nach der Lehman Pleite für äußerst unwahrscheinlich halten.
Was erwarten wir von den Zentralbanken?
Die britische Zentralbank (Bank of England, BoE) könnte die Zinsen senken und erneut Anleihen aufkaufen, was in der Vergangenheit bereits durchgeführt wurde. Die Zinsen sollten damit auch in Europa noch länger auf den historischen Tiefständen verbleiben. Auch die EZB könnte noch stärker in die Märkte eingreifen und bspw. ihr Anleiheaufkaufprogramm verlängern oder ausweiten. Dies sollte die Märkte und vor allem den Finanzsektor stabilisieren.
Wie reagieren wir in unserer Vermögensverwaltung?
Im Vorfeld der Abstimmung haben wir bereits in konservativere Strategien umgeschichtet (Minimum Volatility – ETFs), die eine geringere Marktschwankung aufweisen als traditionelle Indizes. Dies sollte sich nun ausbezahlen, auch wenn diese von Kursrückgängen
natürlich auch nicht ganz verschont bleiben werden. Darüber hinaus ist die globale Anlagephilosophie von Vorteil, da wir dadurch nicht nur in Europa, sondern auch in allen anderen Ländern investiert sind. Deren Börsen werden zwar auch kurzzeitig in Mitleidenschaft gezogen, eine wirtschaftlich nennenswerte Auswirkung des „Brexit’s“ wird es aber im aktuellen Umfeld dort nicht geben.
Entsprechend unserer antizyklischen Strategie werden wir Zug um Zug auch wieder die Aktienquoten generell erhöhen bzw. in den Ländern zukaufen, die stärker abgestraft wurden. Dies hat sich in der Vergangenheit noch immer als Vorteil erwiesen.
Was sollten Sie tun?
Sprechen Sie mit Ihrem Berater. Bei einem entsprechenden Investmenthorizont ist ein Aktienengagement gerade auch aufgrund der weiterhin fehlenden Alternative unumgänglich. Dies wird auch ein Grund sein, weshalb sich – unserer Meinung nach – die Aktienmärkte in den kommenden Wochen und Monaten wieder erholen sollten. Wir sehen keine Gefahr, dass die Welt in eine globale Rezession schlittert und die Unternehmen – global gesehen – Gewinneinbußen oder gar Verluste verzeichnen müssen. Daher sind wir der festen Überzeugung, dass die kommenden Wochen Kaufchancen bieten.
Unser genereller Rat lautet daher: Bei entsprechendem Anlagehorizont investiert bleiben und sofern möglich nachzeichnen! Denken Sie auch daran Sparpläne in Ihre Anlagestrategie einzubauen.


Herzliche Grüße,


Marc Cavatoni
Direktor Vermögensverwaltung


 
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